BY Magdalena / 10. Sept 2026
Ein luftiger Mandelboden, wolkige Vanillecreme und die Farben des Spätsommers

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Wenn man ein Perfect Match entdeckt, muss man es festhalten. Erst war es nur ein Instagram-Post, jetzt widme ich diesem Duo sogar einen Blogbeitrag und einen Kuchen. Als ich neulich meinen Iced Matcha Latte neben einer Vase voller Ballhortensien im Übergang von Weiß zu Grün stehen sah, war die Idee sofort da. Dieses besondere Grün, der Matcha, die ersten Farben des Spätsommers und dazu ein Kuchen, der all das aufgreift: Daraus entstanden ist ein Vanille-Mandel-Kuchen mit Weintrauben & Matcha-Sirup.


Meine Hortensien haben in diesem Jahr ihren dritten Sommer und vermutlich inzwischen ihre volle Größe erreicht. Trotz des wechselhaften und teilweise schwierigen Wetters blühen sie so üppig wie nie und ich habe in den vergangenen Wochen immer wieder Blüten für die Vase geschnitten. Gleichzeitig genieße ich den Blick auf das zehn Meter lange Beet jeden Tag aufs Neue.
Das Beet hat auf Instagram bereits für einige Diskussionen gesorgt. Von Monokultur bis Wasserverschwendung war eigentlich alles dabei. Für mich ist es trotzdem eines der Highlights unseres Gartens. Ich hatte dieses Beet schon während des Hausbaus bei der Gartenplanung genau so vor Augen, habe es gezeichnet und visualisiert. In echt und vor allem jetzt, nach drei Jahren, ist es sogar noch schöner geworden, als ich es mir damals vorgestellt habe.
Und in diesem Sommer ist auch die Verfärbung von Weiß zu Grün besonders deutlich. Die großen weißen Blüten bekommen nach und nach dieses zarte, fast pudrige Grün und genau darin habe ich plötzlich die Verbindung zu meinem täglichen Matcha Latte gesehen. Ein Perfect Match, das ich einfach festhalten musste.

Ein Kuchen wie ein Matcha Latte
Die Idee für den Kuchen war deshalb gar nicht weit weg. Ich wollte die Farben der Hortensien und des Matchas aufgreifen, ohne daraus eine hohe, komplizierte Torte zu machen. Eher flach und leicht wie eine Tarte, aber mit einem luftigen Boden statt eines festen Tartebodens. Dazu gibt es eine helle Vanillecreme, verschiedene Grüntöne durch den Matcha, saftige Weintrauben und einen feinen Matcha-Sirup zum Schluss. Der fertige Kuchen erinnert mich tatsächlich ein wenig an ein Aquarell eines Matcha Lattes. Die Creme bleibt dabei bewusst hell und der Matcha darf sich eher wie zarte grüne Farbverläufe darüberlegen.

Wie schon bei meinen vergangenen Matcha-Rezepten setze ich den Matcha auch hier ausschließlich kalt ein. So bleibt sein feines Aroma erhalten und ich vermeide unnötige Hitze, wenn sie für das Rezept gar nicht nötig ist. Für diesen Kuchen und auch für meinen täglichen Iced Matcha Latte verwende ich Yottsu von Karu. Gerade kalt auf Eis mag ich seine feine, cremige Art sehr gerne und im Kuchen funktioniert er genauso schön, weil das Matcha-Aroma nicht von einer schweren Schokoladen- oder Kaffeekomponente überlagert wird.
Der Sommer mit seinen Iced Matcha Lattes ist für mich inzwischen fast vorbei. Wenn es draußen wieder kühler wird und der Garten langsam in den Herbst übergeht, ändert sich auch mein Matcha-Ritual. Dann werde ich ihn wie schon im vergangenen Herbst und Winter wieder pur und lauwarm trinken. Dafür freue ich mich schon auf Hitotsu von Karu, aktuell sogar als Uji Edition erhältlich. Der Matcha bringt einen cremigen Körper, eine feine Süße und eine leichte Butternote mit, dazu die für Uji typische tiefe Umami-Note und einen angenehm sanften, langen Abgang.


Der Kuchen zum Nachbacken
Die Kombination aus Mandel, Vanille, Weintrauben und Matcha ist dabei viel unkomplizierter, als der fertige Kuchen vielleicht vermuten lässt. Der Boden wird luftig aufgeschlagen, die Vanillecreme erinnert an einen klassischen Pudding, wird durch Sahne aber wunderbar leicht und die kurz in Butter und Honig geschwenkten Weintrauben bringen Fruchtigkeit und einen kleinen karamelligen Akzent.
Für den Matcha-Sirup wird der Matcha lediglich mit warmem Wasser und dem aromatischen Sud aus den glasierten Weintrauben verrührt und erst kurz vor dem Servieren über den Kuchen gegeben. So entstehen die feinen grünen Farbverläufe, die den Kuchen optisch zu seinem Vorbild aus dem Garten machen.
Vanille-Mandel-Kuchen mit Weintrauben & Matcha-Sirup
Zutaten
Zubereitung
- Den Backofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Boden der Form mit Backpapier auslegen.
- Eier, Dattelzucker, Honig, Vanillepaste und Salz in eine Rührschüssel geben und 6–8 Minuten hell und luftig aufschlagen. Die Masse sollte deutlich an Volumen gewinnen.
- Dinkelmehl, gemahlene Mandeln und Backpulver miteinander vermischen. Die trockenen Zutaten in zwei Portionen vorsichtig unter die Eiermasse heben. Dabei möglichst behutsam arbeiten, damit die eingeschlagene Luft erhalten bleibt.
- Die Butter schmelzen und mit der Milch verrühren. Etwa 2–3 EL des Teiges unter die Butter-Milch-Mischung rühren. Anschließend diese Mischung vorsichtig unter den restlichen Teig heben. Durch diesen Zwischenschritt lässt sich die flüssige Butter besonders schonend in den luftigen Teig einarbeiten.
- Den Teig in die vorbereitete Form geben, glatt streichen und im vorgeheizten Backofen etwa 20–22 Minuten backen.
- Den Boden vollständig auskühlen lassen.
- 400 ml Milch zusammen mit dem Vanillemark beziehungsweise der Vanillepaste langsam erhitzen.
- Die übrigen 100 ml Milch mit Eigelb, Honig und Speisestärke glatt verrühren.
- Sobald die Milch heiß ist, die Eier-Milch-Mischung unter ständigem Rühren dazugeben. Alles kurz aufkochen lassen, bis ein cremiger Pudding entstanden ist.
- Den fertigen Vanillepudding direkt mit Frischhaltefolie abdecken. Die Folie sollte dabei direkt auf der Oberfläche des Puddings aufliegen, damit sich keine Haut bildet. Vollständig auskühlen lassen.
- Den kalten Pudding anschließend mit einem Schneebesen oder Handrührgerät wieder glatt rühren.
- Die Schlagsahne steif schlagen und vorsichtig unter den Pudding heben. So entsteht eine leichte, luftige Vanillecreme.
- Die Creme in zwei Teile aufteilen und einen Teil mit Matcha Pulver mischen.
- Anschließend die Creme kreisförmig auf den Boden spritzen.
- Die Weintrauben waschen, gut trocknen und halbieren.
- Butter und Honig in einer großen Pfanne schmelzen. Die halbierten Weintrauben dazugeben und nur 1–2 Minuten vorsichtig darin schwenken.
- Die Trauben sollen leicht glänzen, aber ihre Form behalten und nicht weich werden.
- Anschließend aus der Pfanne nehmen und vollständig auskühlen lassen. Den verbleibenden Sud aus Butter und Honig für den Matcha-Sirup aufbewahren.
- Die kalten Weintrauben dekorativ auf der Vanillecreme verteilen.
- Den noch lauwarmen Sud aus Butter und Honig mit etwa 60 ml warmem Wasser verrühren.
- Den Matcha durch ein feines Sieb dazugeben und mit einem Matchabesen oder kleinen Schneebesen gründlich verrühren, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind.
- Je nach gewünschter Süße kann noch etwas Honig ergänzt werden.
- Den Matcha-Sirup erst kurz vor dem Servieren über den Kuchen träufeln. So verbinden sich die feine Süße der glasierten Weintrauben, die Butternote und das herbe, cremige Matcha-Aroma miteinander.
- Den gekühlten Kuchen auf eine Kuchenplatte setzen. Die glasierten Weintrauben auf der Vanillecreme verteilen und den Matcha-Sirup erst unmittelbar vor dem Servieren darübergeben.
- Den Sirup dabei bewusst nicht gleichmäßig verteilen. Ein paar feine Linien und kleine grüne Flächen wirken viel schöner und lassen den Kuchen tatsächlich wie ein kleines Matcha-Aquarell aussehen.


Das Shooting liegt inzwischen ein paar Wochen zurück. Mittlerweile sind die Hortensien komplett grün geworden, teilweise schon etwas braun und die ersten Blüten verwandeln sich langsam in Trockenblumen. Auch der restliche Garten geht nun deutlich in Richtung Herbst.
Die Verbindung aus Garten, Saison, Rezepten und den Ideen, die daraus entstehen, ist inzwischen ein fester Bestandteil dieses Blogs und auch meiner Identität geworden. Ich mag es, wenn sich die Dinge nicht getrennt voneinander betrachten lassen, sondern draußen etwas wächst, daraus eine Idee entsteht und diese irgendwann auf dem Teller oder im Zuhause landet.
Und so freue ich mich auf viele neue Perfect Matches in den kommenden Herbstwochen, auf neue Kreationen, die von der Natur und der jeweiligen Jahreszeit inspiriert sind, und darauf, dass sich das Leben langsam wieder etwas stärker nach drinnen verlagert.

Die erste Idee für ein kleines Wohn-Makeover gibt es jedenfalls schon.
Habt es fein,
eure Magdalena
